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    Thermische Verwertung Kunststoff 

    Deutschland verwertet nahezu alle gesammelten Kunststoffe. In erster Linie werden so wichtige Ressourcen gespart. Für die Verwertung von Kunststoffen gibt es drei bedeutende Verfahren. Zum einen Kunststoffrecycling zu Granulat, auch werkstoffliches Recycling genannt. Das rohstoffliche Recycling beschreibt die Auftrennung der einzelnen Kunststoffe in ihre Einzelteile mittels Pyrolyse. Das dritte Verfahren ist die thermische Verwertung von Kunststoff. Diese Methode ist zur Rückführung von Kunststoffabfällen gedacht, die nicht zu Mahlgütern oder Granulaten verwertet werden können. Bedingt wird dies durch technische, umweltrelevante oder auch wirtschaftliche Gründe. Gelagert werden dürfen solche Kunststoffe seit der Abfallablagerungsverordnung aus dem Jahre 2005 nicht mehr. In diesem Fall bietet die thermische Verwertung von Kunststoff die ökonomischste Art des Recyclings. Zudem ist durch die Verbrennung auch eine energetische Verwertung verunreinigter, belasteter oder auch stark vermischter Kunststoffe möglich. Diese müssten ohne thermische Nutzung zur Energiegewinnung unrentabel getrennt und aufbereitet werden. Eine weitere Möglichkeit zur thermischen Verwertung von Kunststoff liegt in der Nutzung von Altplastik.

    Wärmeinhalt von Kunststoffen nutzen

    Die thermische Verwertung von unterschiedlichem Kunststoff hat den Grundgedanken, den Wärmeinhalt verschiedenster Kunststoffe zu nutzen. Dabei dienen die unterschiedlichen Restsorten und verunreinigten Kunststoffabfälle als Ersatz primärer Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Gas. Der Wärmeinhalt unterscheidet sich je nach Kunststoffart. Hocheffiziente Kunststoffe liefern durch thermische Verwertung von geeignetem Kunststoff doppelt so viel Energie wie Braunkohle. Dies bedeutet eine Energieausbeute von bis zu 40000 Kj/kg durch Kunststoff. In bestimmten Anlagen, die für die thermische Gewinnung ausgelegt sind, kann Strom, Fernwärme oder auch Dampf erzeugt werden. Voraussetzung ist ein nachgeschalteter Dampfkessel und hochtechnologisierte Reinigungsanlagen sowie ausgeklügelte Filtersysteme. Für die thermische Verwertung von bestimmtem Kunststoff ist kaum eine Sortierung notwendig. Ebenso entfallen die weiteren Schritte, die bei den anderen Verfahren zum Kunststoffrecyling notwendig sind. Daher bietet die thermische Verwertung von Kunststoff für die bereits genannten Sorten an Restkunststoffen die kostengünstigste der Rückführungsverfahren. Ein Nachteil der thermischen Recyling-Methode ist die Freisetzung unterschiedlicher Schadstoffe. Bei halogenhaltigen Kunststoffen sind dies saure Gase. Diese müssen durch ein spezielles Filtersystem in den Verbrennungsanlagen laufen, um nicht in die freie Umwelt zu gelangen. Weiter muss durch die Verbrennung Ersatz für die nicht mehr verfügbaren Mengen an Kunststoffen geschaffen werden.

    Wo Kunststoffe thermisch genutzt werden können

    Als Verbrennungsanlagen können Kraftwerke, Zementdrehrohröfen oder auch Müllverbrennungsanlagen (MVA) dienen. Letztere Möglichkeit wird allerdings durch die nicht bundeseinheitliche Anerkennung bei Verbrennung von Kunststoffen zur energetischen Verwendung erschwert. Gleichzeitig wird bei durch die thermische Verwertung von Kunststoff in MVAs der Durchsatz beeinflusst. Dies rührt durch den teilweise hohen Heizwert unterschiedlicher Kunststoffe her. In Kraftwerken wird Kunststoff zusammen mit Regelbrennstoffen eingesetzt. Die alleinige Verbrennung ist ebenso möglich. Wichtig ist hierbei die Erfüllung der Qualitätsanforderung der jeweiligen Anlage, die Vorgaben zur Brennstoffbeschaffenheit liefert. Weiter müssen geltende Emissionsanforderungen bei der Verbrennung eingehalten werden. Beide Punkte sind auch bei der Nutzung in Zementdrehrohröfen zu beachten. Bei diesem Verfahren werden die entstehenden Schadstoffe teilweise in den Zement eingebunden. Alle diese Anlagen müssen der deutschen 17. BImSchV genügen. Moderne Anlagen reduzieren den Giftstoffausstoß bei der thermischen Verwertung von Kunststoff auf <0,1ng/m3. Dies ist nur durch eigens dafür entwickelten Reinigungs- und Filtersysteme möglich.